Transition Bamberg

Schlehen vor der Haustür (inkl Rezepte)

Im Winter ist nicht die Zeit für Kräutersammeln und Pilze suchen? Richtig! Aber es gibt ja noch andere Leckereien vor unserer Haustür:
So traf sich zu Dreikönig 2015 die Transition Gruppe “Essen vor der Haustür”, um südlich der Altenburg auf Schlehensuche zu gehen. Nicht alle der reichlich vorhandenen Schlehenbüsche trugen Früchte, aber rasch fanden die Sucher bei bestem Sonnenschein eine gut tragende Heckenzeile. Zum Pflücken mußten wir dann richtig ins Gebüsch! Daher wohl auch der Ausdruck “In die Schlehen gehen”. Ein paar Kratzer hatten wir uns dann schnell geholt, aber nach wenigen Minuten konnte jeder zwischen einem Pfund und einem Kilo Schlehen einsammeln.

Was macht man nun mit Schlehen im Fränkischen? Na Schlehenlikör natürlich. Aber es gibt noch weitere, ganz interessante Rezepte: Einlegen in Salzlake als Ersatzoliven, oder Herstellung eines Schlehensirups, der z.B. zusammen mit Ingwerwasser ein leckeres und gesundes Getränk ergibt. Wer von euch noch weitere Ideen oder Rezepte hat, was man mit Schlehen alles anstellen könnte: Schreibt uns doch bitte eine Mail an info@transition-bamberg.de

Hier für alle die uns nacheifern möchten die Rezepte:

"Schlehenlikör"
1 kg Schlehen (nach dem Frost oder tiefgefroren)
1 Vanillestange
1 Zimtstange
500g braunen Kandiszucker
2 Flaschen Korn 0,7l (Am besten Doppelkorn)

Die gefrosteten oder tiefgefrorenen Schlehen in einen Glasballon füllen, Schicht für Schicht
abwechselnd mit dem Kandiszucker.
Die Gewürze klein geschnitten obendrauf. Dann den Schnaps zugeben. Mit einem Deckel verschließen und durchschwenken.
An einer sonnigen Stelle (Fensterbank) sechs bis acht Wochen stehenlassen und täglich einmal durchschütteln, so dass sich die Zutaten gut lösen und vermengen. Nach der Reifezeit die Gewürze und Früchte abseihen, dann kann der Likör abgefüllt werden.

„Schlehen-Oliven“
Aus 400 g Salz und einem Liter Wasser wird eine Salzlake hergestellt: Das Wasser wird mit dem Salz aufgekocht. Wenn es abgekühlt wird, kommen die Schlehen hinein. Man deckt die Lake gut mit einem Teller ab, damit sie keinen Schimmel zieht. Dann kommen die eingelegten Schlehen für ca. drei Monate an einen kühlen Ort, am besten in den Keller. Man kann die eingelegten Schlehen essen wie Oliven, zum Aperitif oder einem Glas Wein. Sie schmecken auf der Pizza und zu man kann sie wie Gurken einlegen oder in Olivenöl, dann zusammen mit Knoblauch und Salbeiblättern. Man kann die Schlehen aber auch weiterverarbeiten zu einer
Tapenade
Die Schlehen werden in kleine Stücke geschnitten, man gibt Zwiebelwürfel und Tomatenstücke dazu, außerdem Kapern. Mit Olivenöl verarbeitet man alles zu einer geschmeidigen Paste. Zum Schluss kommt noch etwas Knoblauch aus der Presse dazu. Die Tapenade schmeckt auf geröstetem Baguette-Brot, zu Lammfleisch und als Füllung von Pizzabrötchen.

“Schlehen Sirup”
2 kg Schlehen
1 kg Zucker weiß
1 TL Zimt gemahlen
2 Vanillestangen
1 Msp Nelkenpulver
2 Liter Wasser

Am 1ten Tag: Beeren pflücken! Aber Achtung: Die Schlehenbüsche sind sehr dornig! Die frisch gepflückten, gewaschenen und verlesenen Schlehen für 24 Stunden in einem Gefrierfach frosten, wenn sie noch keinen natürlichen Frost abbekommen haben. Die gefrosteten Schlehen in einen Topf geben. Ca. 2 Liter Wasser aufkochen und kochend heiß über die Schlehen gießen. (Die Schlehen sollten vom Wasser bedeckt sein). Die aufgeschnittenen Vanilleschoten dazugeben. Den Topf mit einem passendem Deckel verschließen und für 24 Stunden ziehen lassen.

Am 2ten Tag Nach dieser Zeit die Flüssigkeit durch ein Sieb abgießen, dabei den Saft auffangen. Den Saft aufkochen, ca. 30 Sek. kochen lassen, und wieder kochend heiß über die Schlehen gießen, den Topf mit einem passendem Deckel verschließen und wieder für 24 Stunden ziehen lassen.

Am 3ten Tag Nach dieser Zeit die Flüssigkeit durch ein Sieb abgießen, dabei den Saft auffangen. Den Saft aufkochen, ca. 30 Sek. kochen lassen, und wieder kochend heiß über die Schlehen gießen, den Topf mit einem passendem Deckel verschließen und wieder für 24 Stunden ziehen lassen.

Zubereitung:
Am 4ten Tag: Den Saft durch ein Mulltuch gießen. Den Zucker, das Zimtpulver, und das Nelkenpulver in den Saft zugeben. Nun den Saft noch einmal aufkochen lassen und ca. 3 Min. köcheln lassen. Heiß in die vorbereiteten Flaschen füllen und sofort verschließen. Kühl und dunkel lagern!
Dieser Sirup schmeckt sehr gut zu Eis, oder mit Sekt, oder aber mit kaltem Mineralwasser! Im Winter in den heißen Tee gegeben, ist der Sirup eine Köstlichkeit!